Deutscher Luft- und Raum­fahrt­kongress mit MTU-Plenarvortrag

Auf dem Deutschen Luft- und Raumfahrtkongress (DLRK) verleiht die MTU den Wolfgang-Heilmann-Preis. Dr. Gerhard Ebenhoch, Leiter des MTU-Technologiemanagements, skizziert im Plenarvortrag die künftige Vernetzung der Schlüsseltechnologien im Triebwerksbau.

10.2017 | Autor: Thorsten Rienth

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Thorsten Rienth schreibt als freier Journalist für den AEROREPORT. Seine technik­journalis­tischen Schwerpunkte liegen neben der Luft- und Raumfahrtbranche im Bahnverkehr und dem Transportwesen.

Der Deutsche Luft- und Raumfahrtkongress (DLRK) gehört zu den größten Zusammenkünften von Wissenschaftlern, Industrievertretern und Studierenden mit Luft- und Raumfahrthintergrund im deutschsprachigen Raum und schafft die Plattform für Austausch und intensiven Dialog. Mit wissenschaftlicher Tiefe, aber in angemessener Breite, will er die Brücke schlagen von bewährten Lösungen zu dem, was technologisch vielleicht schon bald möglich werden könnte.

Beim 66. Deutschen Luft- und Raumfahrtkongress an der TU München in Garching (5.- 7. September) ging es um Zukunftsthemen wie Systemfähigkeit, moderne Antriebstechnologien, unbemanntes und elektrisches Fliegen oder Robotik. Aber eben auch um die Grundlagen, die Weiterentwicklungen in diesen Gebieten überhaupt erst ermöglichen.

Plenarvortrag Dr. Gerhard Ebenhoch berichtet über zwei wesentliche Schlüsseltechnologien: Simulation und Digitalisierung.

Diese Themen waren Inhalt des Plenarvortrags von Dr. Gerhard Ebenhoch, Leiter des MTU-Technologiemanagements. Unter dem Titel „Simulation im Triebwerksbau – Virtual Engine als wesentlicher Baustein der Digitalisierung“ skizzierte er zwei für die künftige Triebwerksentwicklung ganz wesentliche Schlüsseltechnologien: Simulationen und Digitalisierung. „Die Simulation beschleunigt die Entwicklung und ermöglicht neue Ansätze wie interdisziplinäre Optimierungen und den Einsatz von Probabilistik”, erklärte er. Eine zusätzliche Dimension sei der Einsatz von Simulationsverfahren in Produktion und Betrieb. So ließen sich etwa Daten aus diesen beiden Triebwerkslebenszyklus-Phasen mit Simulationsergebnissen vergleichen und dadurch absichern. „Um die großen Datenmengen auch unmittelbar verarbeiten zu können, sind wiederum digitalisierte und automatisierte Prozesse nötig“, stellte Ebenhoch klar.

Wolfgang-Heilmann-Preis für Timon Jungh

Seit Längerem fand der Kongress wieder an einer Universität statt. Die Symbolik dahinter erklärte Professor Rolf Henke, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Luft- und Raumfahrt (DGLR), und damit oberster Kongress-Organisator, so: „Damit möchten wir Wissensgewinnung und -vermittlung wieder stärker in den Fokus des Kongresses rücken.“

Die Wissensgewinnung ist auch zwingende Voraussetzung des Wolfgang-Heilmann-Preises, den die MTU seit dem Jahr 1990 jährlich an akademische Nachwuchskräfte verleiht. Am ersten Tag des DLRK in Garching verlieh sie den Preis an Timon Jungh – und zwar für seine Bachelorarbeit zum Thema „Durchführung von FEM-Simulationen zur Anwendung des Superpositionsprinzips der Filmkühlung“. Darin erstellte der 23-Jährige ein Finite-Elemente-Modell zur Berechnung von Filmkühlgrößen. Ein Schwerpunkt war die möglichst einfache Integration der Daten in die Auswertungskette: Eine optimierte Kühlung wird im Triebwerksbau immer wichtiger, will man den Wirkungsgrad durch ein höheres Gesamtdruckverhältnis und eine höhere Turbineneintrittstemperatur steigern. „Timon Jungh hat sich mit einem hochkomplexen Thema beschäftigt und ein hervorragendes Ergebnis erzielt“, lobte Technologiemanager Ebenhoch.

Dr. Gerhard Ebenhoch überreicht den Wolfgang-Heilmann-Preis an Timon Jungh.

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