Maßge­schneiderte MRO-Lösung für Cayman Airways

Flexibles MRO-Konzept mit Leasing­option nach Trieb­werks­aus­fall: Dank der kreativen MTU-Lösung startete Cayman Airways in kürzester Zeit wieder durch.

03.2018 | Autorin: Victoria Nicholls

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Victoria Nicholls berichtet innerhalb der MTU-Unter­nehmens­kommuni­kation über Themen wie Trieb­werks-MRO, Leasing und Asset Management sowie inter­nationale Markt­trends. Die gebürtige Britin wohnt in Berlin und arbeitet an den MTU-Standorten in Hannover und Ludwigsfelde.

Im Herbst 2017 fiel bei Cayman Airways ein Trieb­werk aus. „Der Boroskop­bericht zeigte, dass einige Lager massive Schäden im Kern­trieb­werk ver­ursacht hatten, darunter am Hoch­druck­ver­dichter sowie an Hoch- und Nieder­druck­turbine. Es war abzusehen, dass alle Teile voll­ständig aus­getauscht werden mussten“, erklärte Wayne Miller, stell­ver­tretender Leiter von Wartung und Engineering bei Cayman Airways. Eine mittlere Katas­trophe, für die er schnells­tens eine Lösung finden musste.

Auf Anraten seiner Leasing­gesell­schaft wandte er sich an mehrere MRO-Anbieter, um Angebote mit festem Höchst­preis einzuholen. Zunächst erhielten Miller und sein Leasing­geber durchaus adäquate Standard­angebote mit Ersatz­teilen und teil­weise Gebraucht­material. Doch als die MTU Maintenance ihm ein besseres Konzept vorlegte, wurde ihm klar, dass er eine „unkon­ventionelle, komfortable Alter­native“ benötigte. „Ich suchte nach einer sofort einsatz­fähigen, wirtschaft­lichen Lösung“, erläutert er. „Das Angebot der MTU ging nicht nur auf meinen Bedarf, sondern auch auf die Anfor­derungen meines Leasing­gebers ein.“ Dessen Empfehlung und bestehende Geschäfts­beziehungen mit der MTU trugen maß­geblich zu einer un­komplizierten Ab­wicklung für Cayman Airways bei.

Neuer Anstrich Die Boeing 737-300 und die gesamte Flotte trägt seit Ende 2017 die Flagge der Kaimaninseln auf dem Seitenruder.

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Cayman Airways

Cayman Airways ist seit 1968 die internationale Airline der Cayman Inseln. Zum Video ...

Karibische Beflissen­heit bei Cayman Airways

Cayman Airways wurde 1968 gegründet und betreibt drei Boeing 737-300 mit Trieb­werken vom Typ CFM56-3, eine Boeing 737-800 mit CFM56-7-Trieb­werken, zwei Saab 340B+ und zwei De Havilland DH-6. Die staat­liche Flug­gesell­schaft hat ihren Sitz auf Grand Cayman, der größten der drei Kaiman­inseln in der west­lichen Karibik etwa 300 Kilometer südlich von Kuba. Ihre 737 fliegen nach Kuba, Honduras, Jamaika und die USA, während die Turboprop-Flotte Ziele innerhalb der Insel­gruppe bedient.

Die kleine Air­line zeichnet sich durch ihre starke regionale Verbunden­heit aus: „Unser ganzes Unter­nehmen lebt die karibische Mentalität“, betont Miller. „Wir sind stolze Patrioten und äußerst dienst­leistungs­orientiert, doch gleich­zeitig auch zurück­haltend und entspannt.“ So können Kunden in der Economy Class zwei, in der Business Class drei Gepäck­stücke ohne Auf­schlag aufgeben. Die Gast­freund­schaft der Kaiman­inseln gebietet es zudem, Passagieren kosten­los einen Rum­punsch (ab 18 Jahren) sowie auf mehr als zwei­stündigen Flügen eine voll­wertige Mahl­zeit zu servieren. Millers karibisch-melodische Stimme lässt erahnen, weshalb die Kunden getreu dem Unter­nehmens­motto „Those who fly with us, love us“ begeistert sind.

Cayman Airways ist die nationale Fluggesellschaft der Kaimaninseln mit Sitz in George Town und Basis auf dem Owen Roberts International Airport.
Gründung: 1968
Flottengröße: 8 Flieger
3 Boeing 737-300
1 Boeing 737-800
2 Saab 340B+
2 De Havilland

Deshalb benötigte Cayman Airways eine ebenso kreative wie schnell umsetzbare MRO-Lösung, die die Experten der MTU Maintenance engagiert er­arbeiteten und aus­führten: Das Trieb­werk wurde unabhängig unter­sucht, um der Problem­ursache auf den Grund zu gehen. Um die Über­holung so kosten­günstig wie möglich abzu­wickeln, wurden ein ge­brauchtes Trieb­werks­modul, das die MTU Main­tenance Lease Services organisieren konnte, sowie ein geleastes Trieb­werk eingebaut. „Das klang wie Musik in meinen Ohren“, schwärmt Miller.

Die Flotte konnte ihren Betrieb wieder wie gewohnt aufnehmen, während das schad­hafte Trieb­werk bei der MTU Maintenance instand gesetzt wird. „Nachdem ich die motivierten, erfahrenen Vollblut-MTUler am Standort in Hannover kennen­gelernt habe, bin ich sicher, dass wir das Trieb­werk in bestem Zustand zurück­bekommen“, so Miller zum Abschluss.

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