Testzelle auf Pfählen im Schwemmland errichtet
Zu Kösters Zeit entsteht in Zhuhai der bis dahin größte und modernste Prüfstand der MTU. „Der Bau war eine Herausforderung. Denn der MRO-Shop in Zhuhai ist auf Schwemmland errichtet. Das erforderte eine besondere Konstruktion für die Testzelle: 50 Meter lange Pfähle mit einem Durchmesser von 60 Zentimetern wurden ins Erdreich gerammt, um sicherzustellen, dass der Boden dem Gewicht und den Schwingungen standhält.“ Insgesamt 30.000 Pfähle sorgen für einen sicheren Stand des Shops im Schwemmland des Perlflussdeltas.
„Mit Löwentanz und traditioneller Eröffnungszeremonie wurde die MTU Maintenance Zhuhai dann eröffnet“, erinnert sich Köster. Die MTU hatte sich als Standort für die Freihandelszone in der Provinz Guangdong entschieden. Die Nähe zu Hongkong und Macau macht den Shop von Anfang an für Drittkunden attraktiv. Bis 2005 koordiniert Köster den Aufbau der MTU Maintenance Zhuhai, die sich seit ihrer Gründung 2001 in den folgenden Jahren zur Nummer 1 in der Triebwerksinstandhaltung auf dem chinesischen Markt entwickelt.
In Zhuhai ist auch Kösters Familie an seiner Seite. Und die Familie ist auch dabei, als es ihn 2005 nach Kuala Lumpur zieht, um dort in einem Team den neuen Standort der Airfoil Services Sdn. Bhd. (ASSB) Malaysia, seit 2003 ein Joint Venture mit Lufthansa Technik, aufzubauen. 2007 entsteht das neue Werk in Kota Damansara, das viermal so groß wie die bisherige Fertigungsstätte ist und Platz für Ausbauaktivitäten bietet, um die Kapazitäten für die Reparatur von Schaufeln für Niederdruckturbinen und Hochdruckverdichtern zu erweitern.
Die MTU-Expert:innen wissen längst, was es heißt, einen Standort zu planen, aufzubauen und in Betrieb zu nehmen – angefangen vom geeigneten Grundstück über das perfekte Hallenlayout und die ausgefeilte Gebäudetechnik bis zur Beschaffung und Installation von Anlagen, Maschinen und Werkzeugen. In Malaysia kommt eine neue Herausforderung hinzu. „Die Verlegung der alten Firma in den neuen Shop war ein Mammutprojekt“, erinnert sich Köster. „Die Mitarbeiter:innen zogen mit um, für deren Familien mussten wir neue Wohnungen, Kitas und Schulen finden.“