Seit 15 Jahren ist das GEnx auf der Langstrecke unterwegs. Ein wichtiges Bauteil kommt dabei von der MTU: das Turbinenzwischengehäuse.
GEnx-Triebwerk: groß, erfolgreich und auf Wachstumskurs
Fast drei Meter misst der Fan des GEnx im Durchmesser. Schon die Dimensionen machen deutlich: Dieses Triebwerk ist für große Aufgaben gemacht. GE Aerospace entwickelte das GEnx auf Basis der bewährten Architektur des GE90 als Nachfolger des erfolgreichen CF6. Zwei Varianten entstanden: Das GEnx-1B treibt die Boeing 787 Dreamliner an, das GEnx-2B wurde für die Boeing 747-8 entwickelt, die letzte Version der legendären „Queen of the Skies“.
Am 26. Oktober 2011 ging das GEnx erstmals in den kommerziellen Flugbetrieb. 15 Jahre später sind mehr als 2.800 GEnx-Triebwerke in Betrieb. Während die Produktion der Boeing 747-8 inzwischen beendet ist, läuft die Fertigung des Dreamliners und seiner GEnx-1B-Triebwerke auf Hochtouren. Boeing liefert monatlich rund acht Flugzeuge an Kunden aus. Diese Zahl soll sich nach Prognosen von Boeing in den kommenden fünf Jahren fast verdoppeln.
Faktenbox
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2
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800
50 Mio.
Flugstunden
24 Mio.
Flugstunden
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850
Boeing 787
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150
Boeing 787-8
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50
Airlines
„Das GEnx ist eines unserer wichtigsten Programme mit GE Aerospace und wird in den nächsten dreißig Jahren das CF6-Triebwerk als ‚Arbeitstier‘ der Großraumflugzeuge ablösen“, sagt Josef Moosheimer, Leiter des GEnx-Programmmanagements bei der MTU Aero Engines. „Das Triebwerk ist bei den Fluggesellschaften sehr beliebt und arbeitet zuverlässig .“ Der MTU-Programmanteil beträgt 6,65 Prozent. Eine Schlüsselkomponente dabei ist das Turbinenzwischengehäuse (engl. Turbine center frame, kurz TCF).
Die Aufgabe des Turbinenzwischengehäuses im Triebwerk
Turbinenzwischengehäuse bilden den Übergangskanal für das von der Hochdruckturbine in die Niederdruckturbine strömende Heißgas und haben vielfältige Aufgaben: Sie müssen die heißen Gase, die die Hochdruckturbine mit einer Temperatur von über 1.000 Grad Celsius verlassen, mit möglichst geringen aerodynamischen Verlusten zur Niederdruckturbine leiten. Beide Turbinen gilt es mit Kühlluft zu versorgen, deren Zufuhr durch das Turbinenzwischengehäuse erfolgt. Als tragende Struktur nimmt das TCF das hintere Lager der Hochdruckwelle auf und trägt damit maßgeblich zur Spalthaltung in der Hochdruckturbine bei. Gleichzeitig muss die Ölzu- und -abfuhr durch die heiße Struktur sichergestellt werden. Zudem gilt es, große Lasten abzufangen, die zum Beispiel im Falle eines Fan Blade Out, dem Verlust einer Fan-Schaufel, entstehen.
Im Betrieb ist das TCF damit hohen Temperaturen und großen mechanischen Belastungen ausgesetzt. Die Vielzahl seiner Aufgaben stellt zugleich hohe Anforderungen an Fertigungsgenauigkeit und Umfangssymmetrie.
Ein TCF besteht aus drei Baugruppen, den Anbauteilen, dem Hub-Strut-Case (HSC) und der Flow-Path-Hardware (FPH). Bei der FPH handelt es sich um gasführende Bauteile im Turbinenzwischengehäuse, während das HSC sein tragendes Gehäuse bildet. Eine Flow-Path-Hardware besteht aus jeweils 12 Fairings, ID- und OD-Panels.
Die MTU bringt globale Expertise ins GEnx-Triebwerk
Hinter einem fertigen GEnx-Turbinenzwischengehäuse steckt das Zusammenspiel mehrerer MTU-Standorte. Programmmanagement und Fertigung der sogenannten Flow-Path-Hardware (FPH) sind in München angesiedelt, der Fertigungsprozess wird derzeit vollständig automatisiert. Die dabei eingesetzte Technologie soll künftig auch für Teile des GE9X, der Antrieb für die Boeing 777X, genutzt werden.
Das Hub-Strut-Case wiederum wird bei der MTU Aero Engines Polska gefertigt, und alle TCF-Module werden dort montiert, bevor sie an die Montagelinie von GE geliefert werden.
Mit zunehmendem Alter und wachsender Nutzung der GEnx-Flotte gewinnt ein weiterer Teil des Triebwerkslebens an Bedeutung: die Instandhaltung. Bei der MTU Maintenance Hannover wurde nun das 2.000tes GEnx-Turbinenzwischengehäuse ausgeliefert. Auch in den USA wächst die Rolle der MTU im GEnx-Programm. Die MTU Maintenance Fort Worth soll bis zum Ende des Jahrzehnts mit der Komplettüberholung des Triebwerks beginnen; bei der Modulreparatur wird der Standort von MTU Maintenance Hannover unterstützt.
„Das Programm hat eine großartige Zukunft vor sich. Die MTU Maintenance Hannover hat erst kürzlich eine Reparaturlösung eingeführt, die die Durchlaufzeit deutlich verkürzt und Kosten für Kunden optimiert“, sagt Yannic Düring, Senior Manager Customer Accounts bei der MTU für das GEnx/GE9X-Programm.