Die Königin der Lüfte mit ihrem markanten Oberdeck-Buckel ist neben der Concorde wohl die größte Ikone unter den Verkehrsflugzeugen. Der „Vater der 747“, Joe Sutter, und sein Ingenieurteam, die „Incredibles“ bei Boeing, haben mit den vergleichsweise einfachen Mitteln der Sechzigerjahre Unmögliches möglich gemacht. Ein Flugzeug dieser gigantischen Größe in nur vier Jahren zu entwickeln, gilt bis heute als eine der größten Errungenschaften der zivilen Luftfahrt. Mit ihrem enormen Platzangebot demokratisierte die Boeing 747 das Fliegen: Dank der vielen Sitze sanken die Ticketpreise, und Flugreisen wurden erstmals für breite Bevölkerungsschichten erschwinglich.
Plötzlich wurden Flüge wie alltägliche Konsumgüter angeboten – ermöglicht durch die große Kapazität der 747. Gleichzeitig lockten die Airlines zahlungskräftige Premiumkunden mit ungeahntem Luxus, vor allem anfangs in die pompös ausgestatteten Oberdeck-Lounges der First Class. Doch die ersten Betreiber, insbesondere die großen US-Inlandsgesellschaften, hatten Anfang der Siebzigerjahre enorme Schwierigkeiten, ihre Jumbos mit genügend profitablen Passagieren zu füllen.
Als die Boeing 747 ab 1970 in den Passagierdienst ging, war sie im Vergleich zu allen Vorgängern schlicht gigantisch. Nie zuvor und nie danach gab es einen solchen Quantensprung in der Luftfahrt. Während die Boeing 707 rund 180 Passagiere beförderte, bot der Jumbo plötzlich Platz für fast 500 Menschen – eine damals unvorstellbare Dimension, die auch neue Herausforderungen bei der Abfertigung mit sich brachte.
Kaum ein Flugzeug wurde vom Publikum so geliebt wie die charakteristische 747. Und mit der Boeing 747-8 als künftige Air Force One wird sie noch bis in die 2040er Jahre den US-Präsidenten oder die Präsidentin begleiten. Auch nach Produktionsende 2023 und ihrem allmählichen Verschwinden aus dem Linienverkehr wird diese fliegende Ikone also nicht in Vergessenheit geraten.