Unbemannt, vielseitig und zunehmend autonom: Drohnen werden in vielen Bereichen wichtiger – von Industrie bis Verteidigung.
Kurz erklärt: Drohnen
Drohnen sind längst kein Nischenthema mehr. Autonome und hochpräzise Systeme rücken zunehmend in den Fokus der Luftfahrt. Dabei reicht die Bandbreite von kleinen zivilen Anwendungen bis hin zu militärischen Plattformen, Lenkflugkörpern und sogenannten Loyal Wingmen. Parallel dazu wächst der Markt, neue Anbieter treten auf – und die Technologie entwickelt sich rasant.
Was sind Drohnen?
Drohnen – in der Fachsprache „Unmanned Aerial Vehicles“ (UAV) – fliegen ohne Pilot an Bord. Gesteuert werden sie aus der Ferne oder zunehmend autonom entlang vorgegebener Missionen. Technisch betrachtet sind Drohnen immer ein Gesamtsystem: Sensoren erfassen Daten, Software wertet sie aus und steuert das System – und der Antrieb bestimmt letztlich, welche Leistung die Drohne erbringen kann.
Warum werden Drohnen immer wichtiger?
Drohnen ergänzen klassische Luftfahrtanwendungen und erweitern deren Möglichkeiten. In der Industrie können Drohnen Inspektionsmissionen an schwer zugänglichen Anlagen oder auch an der Außenhülle von Verkehrsflugzeugen fliegen, in der Landwirtschaft sammeln sie etwa Daten über Felder und Erträge, im Katastrophenschutz liefern sie Lagebilder aus der Luft. Gleichzeitig übernehmen sie im militärischen Bereich Aufgaben, die von Aufklärung bis zu komplexen Wirksystemen reichen.
Die große Stärke von Drohnen liegt darin, dass sie unter Bedingungen arbeiten können, die für bemannte Systeme schwierig, teuer oder riskant wären.
Welche Rolle spielt der Antrieb?
Der Antrieb ist eine zentrale Komponente jeder Drohne, weil er Reichweite, Geschwindigkeit und Einsatzprofil bestimmt. Gleichzeitig stellt er andere Anforderungen als klassische Flugzeugtriebwerke. Die Entwicklungszyklen sind deutlich kürzer, die Stückzahlen höher, die Einsatzprofile anders: Ein Antrieb muss möglichst schnell verfügbar, zuverlässig und zugleich kosteneffizient sein – oft für vergleichsweise kurze Einsatzzeiten, von wenigen Missionen bis hin zu mehreren hundert Flügen.
Je nach Anwendung kommen unterschiedliche Technologien zum Einsatz:
- elektrische Antriebe für kleinere Drohnen oder spezialisierte Anwendungen
- Turbinen und Turbojets für höhere Geschwindigkeiten, größere Reichweiten und militärische Einsätze
Wo steht Europa im Drohnenmarkt?
Der Drohnenmarkt wächst weltweit schnell – und umfasst heute ein breites Spektrum an Anwendungen und Plattformen. Auch in Europa entstehen zunehmend Drohnenlösungen und Anbieter.
Eine Herausforderung besteht jedoch bei zentralen Technologien, insbesondere bei den Antrieben. Während Plattformen und Anwendungen verfügbar sind, fehlt es bislang an einer breit aufgestellten europäischen Antriebsbasis für unbemannte Systeme. Genau hier setzt die MTU an: Mit der Integration von AeroDesignWorks erweitert das Unternehmen sein Portfolio um kompakte Turbojet-Antriebe für leichte Drohnen. Gleichzeitig bringt die Tochter eMoSys elektrische Antriebslösungen ein. Perspektivisch sollen auch größere unbemannte Systeme mit klassischen Triebwerktechnologien adressiert werden.
Neben den Triebwerken für den Eurofighter Typhoon und den Airbus A400M, den Panavia Tornado und den Tiger-Hubschrauber zählen nun auch Drohnenantriebe zum Fähigkeitsspektrum der MTU. Die neue Tochtergesellschaft AeroDesignWorks bringt Erfahrung im UAV-Sektor mit und fertig bereits Antriebe für Drohnen in Serie.