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Unbemannt, vielseitig und zunehmend autonom: Drohnen werden in vielen Bereichen wichtiger – von Industrie bis Verteidigung.

Autorin: Isabel Rauschert | 2 Min. Lesezeit | veröffentlicht am: 09.06.2026

Autorin:
Isabel Rauschert ist studierte Politologin und Kommunikationswissenschaftlerin. Bei der MTU steuert sie den redaktionellen Prozess des AEROREPORTs und ist zuständig für die Konzeption und Entwicklung der Inhalte.

Kopf

Drohnen sind längst kein Nischenthema mehr. Autonome und hochpräzise Systeme rücken zunehmend in den Fokus der Luftfahrt. Dabei reicht die Bandbreite von kleinen zivilen Anwendungen bis hin zu militärischen Plattformen, Lenkflugkörpern und sogenannten Loyal Wingmen. Parallel dazu wächst der Markt, neue Anbieter treten auf – und die Technologie entwickelt sich rasant.

Was sind Drohnen?

Drohnen – in der Fachsprache „Unmanned Aerial Vehicles“ (UAV) – fliegen ohne Pilot an Bord. Gesteuert werden sie aus der Ferne oder zunehmend autonom entlang vorgegebener Missionen. Technisch betrachtet sind Drohnen immer ein Gesamtsystem: Sensoren erfassen Daten, Software wertet sie aus und steuert das System – und der Antrieb bestimmt letztlich, welche Leistung die Drohne erbringen kann.

Warum werden Drohnen immer wichtiger?

Drohnen ergänzen klassische Luftfahrtanwendungen und erweitern deren Möglichkeiten. In der Industrie können Drohnen Inspektionsmissionen an schwer zugänglichen Anlagen oder auch an der Außenhülle von Verkehrsflugzeugen fliegen, in der Landwirtschaft sammeln sie etwa Daten über Felder und Erträge, im Katastrophenschutz liefern sie Lagebilder aus der Luft. Gleichzeitig übernehmen sie im militärischen Bereich Aufgaben, die von Aufklärung bis zu komplexen Wirksystemen reichen.

Die große Stärke von Drohnen liegt darin, dass sie unter Bedingungen arbeiten können, die für bemannte Systeme schwierig, teuer oder riskant wären.

Welche Rolle spielt der Antrieb?

Der Antrieb ist eine zentrale Komponente jeder Drohne, weil er Reichweite, Geschwindigkeit und Einsatzprofil bestimmt. Gleichzeitig stellt er andere Anforderungen als klassische Flugzeugtriebwerke. Die Entwicklungszyklen sind deutlich kürzer, die Stückzahlen höher, die Einsatzprofile anders: Ein Antrieb muss möglichst schnell verfügbar, zuverlässig und zugleich kosteneffizient sein – oft für vergleichsweise kurze Einsatzzeiten, von wenigen Missionen bis hin zu mehreren hundert Flügen.

Je nach Anwendung kommen unterschiedliche Technologien zum Einsatz:

  • elektrische Antriebe für kleinere Drohnen oder spezialisierte Anwendungen
  • Turbinen und Turbojets für höhere Geschwindigkeiten, größere Reichweiten und militärische Einsätze

Welche Antriebssysteme kommen bei Drohnen zum Einsatz?


Leichte Drohnen (untere Schubklassen <10kN)

Für kleine und mittlere UAVs sowie Flugkörpersysteme werden kompakte Turbojets eingesetzt. Ein Beispiel dafür ist die B300-Antriebsserie von AeroDesignWorks. Diese Systeme sind auf ein hohes Schub Gewichts Verhältnis ausgelegt, robust und modular integrierbar. Sie eignen sich insbesondere für anspruchsvolle UAV- und Lenkflugkörpermissionen und werden bereits in Serie produziert.

Mittlere und schwere Drohnen (höhere Schubklassen >10 kN)

Basierend auf klassischer Antriebstechnologie will die MTU Aero Engines neue Triebwerke entwickeln, die auf die besonderen Anforderungen der unbemannten Systeme zugeschnitten sind. Sie sollen ein ausgewogenes Verhältnis aus Kraftstoffeffizienz, Leistungsfähigkeit in unterschiedlichen Flughöhen sowie kostengünstiger Produktion in großer Stückzahl bieten. Zudem müssen sie sich flexibel an verschiedene Drohnenplattformen anpassen lassen.

Elektrische Antriebe

Elektrische Antriebe spielen vor allem bei kleineren Drohnen und eVTOL-Anwendungen eine wichtige Rolle. Systeme wie die von eMoSys entwickelten Elektromotoren zeichnen sich durch hohe Leistungsdichte, geringe Wartung und einfache Integration aus. Mehrphasige Motortechnologien sorgen zusätzlich für Effizienz und Redundanz – ein Vorteil für sicherheitskritische Anwendungen wie Rettungsdrohnen oder Transportmissionen.

Die B300 Antriebsserie ist bereits heute ein seriengefertigtes, einsatzerprobtes Turbojet System und wird in verschiedenen luftgestützten Anwendungen zuverlässig eingesetzt.

Der Antrieb für eine mittlere oder schwere Drohne soll einfach zu bedienen sein.


Wo steht Europa im Drohnenmarkt?

Der Drohnenmarkt wächst weltweit schnell – und umfasst heute ein breites Spektrum an Anwendungen und Plattformen. Auch in Europa entstehen zunehmend Drohnenlösungen und Anbieter.

Eine Herausforderung besteht jedoch bei zentralen Technologien, insbesondere bei den Antrieben. Während Plattformen und Anwendungen verfügbar sind, fehlt es bislang an einer breit aufgestellten europäischen Antriebsbasis für unbemannte Systeme. Genau hier setzt die MTU an: Mit der Integration von AeroDesignWorks erweitert das Unternehmen sein Portfolio um kompakte Turbojet-Antriebe für leichte Drohnen. Gleichzeitig bringt die Tochter eMoSys elektrische Antriebslösungen ein. Perspektivisch sollen auch größere unbemannte Systeme mit klassischen Triebwerktechnologien adressiert werden.

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Neben den Triebwerken für den Eurofighter Typhoon und den Airbus A400M, den Panavia Tornado und den Tiger-Hubschrauber zählen nun auch Drohnenantriebe zum Fähigkeitsspektrum der MTU. Die neue Tochtergesellschaft AeroDesignWorks bringt Erfahrung im UAV-Sektor mit und fertig bereits Antriebe für Drohnen in Serie.


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