Ein riesiges, weitgehend menschenleeres Territorium im hohen Norden des Globus mit oft extremen Wetterbedingungen und großen Entfernungen. So könnte man die Arktis beschreiben. Schon ein paar wenige Zahlen machen deutlich, dass das Leben hier ohne das Flugzeug nicht denkbar wäre: Alaska, der 49. Bundesstaat der USA, ist größer als ganz Westeuropa, hat aber nur 730.000 Einwohner, rund 300.000 Menschen leben außerhalb der einzigen beiden größeren Städte. Oder Grönland - die größte Insel der Welt, wo die Distanz von Nord nach Süd stolze 2.670 Kilometer beträgt. Die Oberfläche ist zu 82 Prozent vom dauerhaften Panzer des bis zu 3.000 Meter dicken Inlandeises bedeckt, nur an der Westküste gibt es eisfreie Stellen. Der kanadische Norden ist sogar anderthalb mal so groß wie Grönland und misst fast das Zehnfache der Landmasse Deutschlands. Hier verteilen sich 118.000 Menschen und in der gesamten Region gibt es gerade einmal fünf Flughäfen mit asphaltierten Pisten.
Air Greenland hat den einzigen Großraumjet in der Arktis
An der Westküste von Grönland leben die meisten der insgesamt 56.000 Einwohner, gerade etwa so viele wie in der deutschen Stadt Baden-Baden wohnen. Straßen gibt es in Grönland keine, aber Air Greenland fliegt alle 13 zivilen Flugplätze an, nur zwei können bisher Jets abfertigen, ab 2024 sollen es fünf sein. Der bisher einzige Flughafen für Großraumflugzeuge ist Kangerlussuaq am Ende eines Fjords in Westgrönland, eröffnet 1941 als US-Militär-Basis. Von hier betreibt Air Greenland die interkontinentale Linienverbindung nach Kopenhagen. Und das seit 2023 mit einem werksneuen Airbus A330neo, dem einzigen weltweit in der Arktis stationierten zivilen Langstreckenjet. Über das früher als Söndre Strömfjord bekannte Drehkreuz ist mit Umsteigen jedes abgelegene Dorf mit oft kaum mehr als einem guten Dutzend Bewohnern erreichbar. Dafür gibt es landesweit 47 Heliports, wo zumindest Versorgungsflüge landen.