Nichts geht mehr. Beim Aufstieg zum Gipfel der Zugspitze, Deutschlands höchstem Berg, macht der Wanderer schlapp. Seine Kräfte hat er überschätzt. An einer steilen Passage gibt er auf. Das Mobiltelefon signalisiert: kein Empfang. Seine Familie, die zuhause auf ein Lebenszeichen von ihm wartet, meldet ihn später als vermisst.
Die Suche nach ihm erfolgt aus der Luft. Ein Airbus Helicopters H135 der Polizeihubschrauberstaffel Bayern startet am Flughafen München, wo die Staffel stationiert ist. An Bord sind neben dem Piloten und dem Flugtechniker auch zwei Rettungskräfte der Bergwacht. Die erfahrene Crew entdeckt den Vermissten am Rande eines Schneefelds. Mit einer Seilwinde, die der Flugtechniker bedient, wird einer der Bergretter herunter gelassen. Der Wanderer ist zum Glück nicht verletzt, nur erschöpft. Wäre er schwer verletzt, würden die Einsatzkräfte sofort die Rettungsleitstelle informieren, um einen Rettungshubschrauber mit Notarzt anzufordern. So aber kann der Mann mit der Seilwinde an Bord gezogen, versorgt und abtransportiert werden.
Peter Hauschild, seit 2008 Technischer Betriebsleiter bei der Bereitschaftspolizei Hubschrauberstaffel Bayern, liest am nächsten Morgen den Einsatzbericht. Er und sein Team – insgesamt 14 Mitarbeiter für Zelle, Triebwerk und Avionik – kümmern sich in dem vom Luftfahrtbundesamt (LBA) zertifizierten Instandhaltungsbetrieb in Hangar 3 um die acht H135 und 16 Triebwerke vom Typ PW200 der Staffel.
„Das ist für den Wanderer nochmal gut ausgegangen“, sagt Hauschild. Er kennt auch kritischere Einsätze, etwa bei Gewitter mit Hagelschlag, schlechter Sicht wegen Nebels oder wenn der Hubschrauber auf einem abschüssigen Schotterbett aus Sand, Kies und Steinen landen und starten muss. „Dann ist nicht ausgeschlossen, dass Fremdkörper ins Triebwerk geraten und Schäden zum Beispiel an den Verdichterschaufeln verursachen“, sagt er. Da die Staffel mitunter abseits von Pisten landen muss, wurden die PW200-Triebwerke zum Schutz vor Erosion mit einem Inlet Barrier Filter, einem Sandfilter, ausgerüstet.