Zunehmende Fragmentierung der Langstrecke absehbar
„Wir werden damit eine zunehmende Fragmentierung der Langstrecken sehen, was in Summe zu einem erweiterten Marktpotenzial und -wachstum führt“, sagt Marko Niffka, Experte für Business Development – MRO bei der MTU Aero Engines. „Dieses Marktsegment wird neue Routen ermöglichen und damit auch weitere Mitbewerber anlocken, etwa aus Indien mit Flügen in Richtung Osteuropa.“ Eine Triebwerksoption bei der A321XLR ist das PW1100G-JM aus der Pratt & Whitney GTF™ Triebwerksfamilie, der schon dieses Jahr am zweiten Testflugzeug erprobt wird. „Das ist für uns als MTU ein sehr attraktives Weltmarktsegment und wird weiter zum Erfolg des Getriebefans (GTF) beitragen – schon dadurch, dass neue Airlines in den Markt kommen und bestehende Akteure mehr und mehr auf dieses Segment ausweichen“, so Marko Niffka. „Seine Treibstoffeffizienz macht den GTF hier so wertvoll, denn früher musste man mehr Sprit mitnehmen, was in einem Narrowbody für Langstrecken aufgrund des begrenzten Platzes nicht ausreichend möglich gewesen wäre.“
Damit nennt der MTU-Experte den entscheidenden Unterschied gegenüber dem Standardmodell: zusätzliche Tankkapazitäten. Eine übliche A321 fasst 19 Tonnen Kerosin, das XLR-Modell hat zusätzlich im hinteren Unterflurbereich einen fest eingebauten Extratank, der 12.900 Liter oder ca. 10,6 Tonnen Sprit fasst. Wenn XLR-Kunden wirklich die volle Reichweite ausreizen wollen, haben sie die Möglichkeit, einen weiteren Extratank vor den Tragflächen wie einen Gepäckcontainer im Frachtraum zu installieren, der nochmal 3.120 Liter oder 3,2 Tonnen fasst. Etwa die Hälfte aller Kunden hat sich dafür entschieden. Durch fast 14 Tonnen Extra-Treibstoff kann das Flugzeug viel weiter fliegen, wird aber auch um bis zu acht Tonnen schwerer. Daher benötigt die A321XLR auch ein neues Fahrwerk und verfügt für verbesserte Manövrierfähigkeit in der Luft über eine neue Flügelklappe an den hinteren Tragflächenkanten.