Neue Player für den Single-Aisle-Markt
Boeing und McDonnell-Douglas – damals noch eigenständige Unternehmen, dominierten den Markt mit ihren Modellen 727, 737 und MD-80. Der wachsende europäische Wettbewerber Airbus schickte sich gerade erst an, ein eigenes Single-Aisle-Modell zu entwickeln. Offizieller Programmstart für die heutige A320-Familie war im März 1984. Etwa zur gleichen Zeit begann auch die Entwicklung des V2500-Triebwerks. Es basierte auf dem PW2000 von Pratt & Whitney, bei dessen Entwicklung sich die MTU bereits als verlässlicher Partner bewährt hatte. Daher war sie auch beim neuen Projekt wieder mit an Bord – als sogenannter Risk-and-Revenue-Sharing-Partner (RRS), der sowohl am Gewinn als auch am Risiko beteiligt ist. Anfangs hielt die MTU einen Anteil von 12,1 Prozent, der vor allem die Niederdruckturbine umfasste. Als Rolls-Royce im Jahr 2012 aus dem Programm ausstieg, erhöhte die MTU ihren Anteil auf 16 Prozent. Laut Michael Schreyögg, Vorstand Programme bei der MTU, „eine der größten Akquisitionen in der MTU-Geschichte“.
Im September 1988 debütierte die soeben erst zugelassene Airbus A320 mit V2500-Triebwerken auf der Farnborough Air Show. Beide Programme wuchsen zunächst nur langsam: Die Verkaufsprognosen lagen bei ein paar hundert Flugzeugen. Adria Airways, eine Charterfluggesellschaft aus Ljubljana in Slowenien, erhielt 1989 das erste Flugzeug. Im IAE-Jubiläumsjahr 2023 waren 7.850 Triebwerke ausgeliefert, davon 5.280 noch im Einsatz.