Luftfahrtjournalist Andreas Spaeth erinnert sich
Als Airbus die C-Series übernommen hatte, begann das Rätselraten: Wie würde das Flugzeug künftig heißen? Da der Typ bereits bekannt war, hielt es das Airbus-Marketing für eine gute Idee, alle ein wenig auf die Folter zu spannen – schließlich war die neue Bezeichnung die letzte offene Frage. A360 vielleicht? Oder A200?
Am 17. Juni 2018 wurden die Medien nach Toulouse eingeflogen und das „Findelkind“ als neues Familienmitglied vorgestellt. Verkaufschef John Leahy hatte die C-Series noch zuvor als „das niedliche kleine Flugzeug“ bezeichnet – eine ironische Abwertung des Rivalen, der Airbus nun überraschend in den Schoß gefallen war.
Wir standen also alle am Pistenrand auf dem Airbus-Gelände und warteten auf eine himmlische Erscheinung, die das Geheimnis lüften würde. Und dann kam sie – drehte ein paar Runden, flog einige elegante Kurven, damit alle gut erkennen konnten, was unter der neuen Airbus-Lackierung prangte: Airbus A220-300. Die Maschine landete und wurde neben einer Bühne empfangen, während bereits A220-Fähnchen verteilt wurden. In diesem Moment war die Verpackung, das Branding, wichtiger als der Inhalt.
Das Flugzeug trug – als Zeichen seiner Herkunft – ein kanadisches Kennzeichen samt kanadischer Flagge.