Besondere Anforderungen auch für die Triebwerke
Die besonderen Einsatzbedingungen der Luftrettung stellen auch die Triebwerke vor Herausforderungen. Vergleichsweise kurze Flugstrecken und die oft staubigen, unbefestigten Landeplätze haben Auswirkungen auf die Instandhaltungsintervalle der Triebwerke. Die möchte der ADAC und andere Betreiber möglichst ausdehnen, um die Einsatzbereitschaft hoch und die Kosten niedrig zu halten. „Rettungsflug ist Non-Profit, zum Großteil spendenfinanziert. Unsere Kunden – allen voran die ADAC Luftrettung – müssen entsprechend verantwortungsvoll wirtschaften“, erläutert Friese. Dabei steht die Flugsicherheit selbstverständlich an erster Stelle. Um sogenannte TBO-Extensions (Time Between Overhaul) zu ermöglichen, ist eine enge Abstimmung mit dem Triebwerkshersteller und den Luftfahrtbehörden erforderlich.
Dass ADAC Luftrettung und ADAC Heliservice hier Maßstäbe setzen, schätzt man auch bei der MTU Maintenance Berlin-Brandenburg. Dort werden die PW206-Triebwerke des H135 alle 4.500 Flugstunden komplett überholt – ergänzt durch Reparaturen, die über die Vor-Ort-Leistungen (Line Maintenance) ausgehen. Betreut wird die ADAC-Flotte dabei vom Pratt & Whitney Canada Customer Service Centre Europe (CSC), einem Joint Venture der MTU Maintenance Berlin-Brandenburg und dem kanadischen Triebwerkshersteller.
„Der ADAC hat mit seiner großen Flotte und langjährigen Erfahrung eine Vorreiterrolle in vielen Bereichen“, sagt Dr. Philipp Schumacher, Fleet Management Program (FMP) Manager beim CSC. Das zeige sich etwa bei der Nachrüstung spezieller Lufteinlassfilter oder beim Einsatz nachhaltiger Kraftstoffe mit den PW206-Triebwerken. „Der Heliservice setzt in der Maintenance auf Kontinuität und denkt langfristig. Dadurch können wir Erfahrungswerte, wie sie etwa für TBO-Extensions benötigt werden, leichter erarbeiten. In der laufenden Zusammenarbeit finden wir immer wieder innovative Lösungen, die in künftige Service-Optionen einfließen.“