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MTU Maintenance weiter auf Erfolgskurs
Breiteres Portfolio, wachsende Standorte, mehr Kapazitäten: 2025 war ein bewegtes Jahr für die MTU Maintenance. Ein Überblick über die Highlights – und einen Ausblick auf das, was jetzt folgt.
Autor Saša Lakić, Isabel Rauschert | 4 Min. Lesezeit veröffentlicht am: 16.03.2026
Autor
Isabel Rauschert
ist studierte Politologin und Kommunikationswissenschaftlerin. Bei der MTU steuert sie den redaktionellen Prozess des AEROREPORTs und ist zuständig für die Konzeption und Entwicklung der Inhalte.
Saša Lakić
ist in Berlin ansässig und der Medienbeauftrage für das globale MTU Maintenance-Netzwerk. Bevor er 2019 in die Logistikabteilung der MTU Maintenance Canada wechselte, war er als Reporter tätig. Er interessiert sich für Triebwerke, sammelt Schallplatten und liebt das Oxford-Komma.
2025 war für die MTU Maintenance ein Jahr, das Spuren hinterlassen hat – im besten Sinne. Die Nachfrage blieb über nahezu alle großen Triebwerksprogramme hinweg stabil, während das Netzwerk an mehreren Stellen gleichzeitig nachlegte: neue Fähigkeiten, erweitertes Know-how und zusätzliche Kapazitäten. Seit dem Einstieg ins Instandhaltungsgeschäft vor über 45 Jahren hat die MTU Maintenance mehr als 27.000 Shop Visits durchgeführt. Heute arbeiten mehr als 7.000 Expert:innen an über 30 Triebwerkstypen – über alle Zeitzonen hinweg, von Kurz- bis Langstrecke.
Ausbau von Fähigkeiten, Kapazitäten und Programmen
2026 knüpft nahtlos an dieses Tempo an. Die MTU Maintenance Fort Worth wird dabei zu einem der spannendsten Schauplätze. Der texanische Standort wandelt sich grundlegend: vom ausgewiesenen On‑Site‑Spezialisten hin zu einem vollwertigen Demontage‑, Montage‑ und Testbetrieb. In Zentrum steht künftig das LEAP-Triebwerk, für das der Standort die Premier-MRO-Lizenz erhalten hat, sowie das GEnx-Triebwerk. Der Hochlauf für die LEAP-Familie läuft bereits, der Prüfstand mit bis zu 100.000 Pfund Schub wird derzeit korreliert. Die erste Einlastung des LEAP-1B ist für Sommer 2026 geplant, anschließend folgt das LEAP-1A, ehe das Team den Hochlauf für das GEnx aufnimmt.
Auch in Deutschland wurden wichtige Weichen gestellt. Die MTU Maintenance Berlin-Brandenburg hat ihr PW800-Programm von einem Fokus auf die Niederdruckturbine zu vollständigen MRO-Kompetenzen ausgebaut. Zwei Docks wurden mit der neuen Generation des Fixed Overhaul System (FOSng) umgerüstet – einer MTU‑Eigenentwicklung, die ergonomischere Arbeitsplätze schafft und Abläufe beschleunigt. Parallel entsteht in Ludwigsfelde eine neue Halle für Industriegastrubinen (IGT), die künftig eine Kapazitätssteigerung von etwa 30 Prozent für Shop Visits ermöglichen soll und zusätzlich ein Trainingszentrum beherbergen wird.
Zwei weitere Meilensteine gelangen dem Joint Venture mit Lufthansa Technik, EME Aero, im polnischen Jasionka: Dort wurde das 1.000. GTF‑Triebwerk eingelastet sowie eine zweite Testzelle in Betrieb genommen. Ab 2028 sollen pro Jahr 500 Shop Visits absolviert werden.
Weiter südlich nähert sich die MTU Maintenance Serbia ihrem Ziel, bis 2027 rund 450.000 Arbeitsstunden jährlich abzudecken. Der Standort ist auf die Reparatur hochwertiger Triebwerkskomponenten spezialisiert.
In China hat die MTU Maintenance Zhuhai ein zweites Werk in Jinwan eröffnet. Der neue Standort konzentriert sich auf PW1100G‑JM‑Triebwerke und verschafft dem gesamten Netzwerk zusätzliche Kapazitäten. Zhuhai und Jinwan kommen künftig auf über 700 Shop Visits im Jahr und decken neben dem PW1100G-JM Programme wie CFM56, LEAP und V2500 ab.
Wachstum und Ausbau im Servicegeschäft
Die On-Site-Expert:innen der MTU betreuten 2025 weltweit mehr als 1.000 Einsätze – von Boroskop-Inspektionen bis hin zum Austausch ganzer Module. In São Paulo ist die MTU Maintenance do Brasil in einen größeren Shop umgezogen, um der steigenden Nachfrage im Bereich der Vor-Ort‑Instandhaltung für Triebwerke und IGT‘s gerecht zu werden. Seit 2025 führt das Team auch Einsätze an LEAP-Triebwerken durch – ebenso wie die On-Site-Teams in Hannover und Fort Worth.
Bei der MTU Maintenance Australia wurde das Portfolio um die CFM56‑7B‑Variante erweitert, nachdem mit dem CF34‑10E bereits 2024 ein erster Schritt erfolgt war.
Auch die MTU Maintenance Lease Services blickt auf ein starkes Jahr zurück: 20 Prozent Wachstum, über 90 abgeschlossene Transaktionen und ein erweiterter Leasingpool von inzwischen 140 Triebwerken und Modulen, darunter erstmals LEAP‑ und GEnx‑Typen.