Innovative Fertigungstechnik: Electro Chemical Machining (ECM)
Electro Chemical Machining, kurz ECM, lautet der Oberbegriff, unter dem sich unterschiedliche Verfahren des elektrochemischen Abtragens gruppieren. Allen gemein ist, dass mit Hilfe eines Elektrolyten sowie elektrischen Stroms ein metallischer Werkstoff formgebend aufgelöst wird. Dabei dient das zu bearbeitende Werkstück als Anode (positiver Pol) und das dreidimensionale, metallische Abformwerkzeug als Kathode (negativer Pol). Als Elektrolyt kommt eine wässrige Natriumnitratlösung zur Verwendung, die zwischen Anode und Kathode fließt. Diese Flüssigkeit hat drei Funktionen: Sie stellt eine elektrisch leitende Verbindung her, sorgt für den Abtransport des abgetragenen Materials sowie der entstehenden Wärme und Gase.
Beim ECM-Verfahren wird das Bauteil bei ungepulster Gleichspannung durch konstanten Vorschub der Werkzeug-Kathode bearbeitet bis die gewünschte Werkstückkontur (Bauteilkontur) erreicht ist. Das konventionelle ECM-Verfahren erzielt hierbei hohe Abtragsraten bei eher geringer Präzision mit einer Abbildegenauigkeit von 0,1 bis 0,5 mm.
Das auf dem ECM-Verfahren basierende Puls-ECM funktioniert vom Prinzip her gleich: Das Bauteil wird durch konstanten Vorschub der Werkzeug-Kathode bearbeitet, allerdings wird hier eine elektrisch gepulste Gleichspannung angelegt. So erreicht das Verfahren zwar eine geringere Abtragrate, aber auch eine höhere Präzision.