Multinationales Teamprojekt
Doch damit nicht genug. Zum ECATA-Programm gehört auch ein multinationales Teamprojekt, in dem die Spitzenkräfte ihre Fähigkeiten im Projektmanagement, in der internationalen Teamarbeit sowie in der Führung stärken können. „An diesem Projekt haben wir für die gesamte Dauer des Programms oft bis spät in die Nacht zusammen gearbeitet“, berichtet Becker. „Dabei war es durchaus spannend die unterschiedlichen Firmenkulturen zu erleben, also die Art und Weise wie zusammen gearbeitet, miteinander kommuniziert und geführt wird.“
Die Projektaufgabe hätte aktueller und drängender kaum sein können: Die europäische Luftfahrtindustrie erarbeitet gemeinsam Wege und Strategien für eine nachhaltige Luftfahrt bis 2050. Zwei Themen standen im Fokus: Zum einen die Energieintensität und damit die Effizienz der Flugzeug- und Triebwerkskonstruktion sowie verbesserte Betriebsabläufe auf den Flughäfen und Luftverkehrsmanagementsysteme. Zum anderen der Übergang zu umweltfreundlicheren Antriebssystemen und Kraftstoffen wie Sustainable Aviation Fuel (SAF), Flüssigwasserstoff sowie Elektro-/Hybridantriebe.
Komplexes Thema, großer Zeitdruck
Becker skizziert die Herausforderung: „Wir waren in der Ausgestaltung der Projektarbeit völlig frei. Das heißt, wir mussten erst einmal für uns klären, wie wir an das komplexe Thema herangehen und es sinnvoll eingrenzen wollen. Die Projektaufgabe ist sicher auch deshalb so umfassend gewählt worden, damit wir an dieser Herausforderung sowohl als Team als auch als Persönlichkeit wachsen.“ Initiiert und begleitet wird das multinationale Teamprojekt von einem Kundenteam, das sich aus Expert:innen der beteiligten Unternehmen und Hochschulen zusammensetzt.
„Wir haben schnell gemerkt, dass wir am effizientesten in kleinen Teams arbeiten“, sagt Becker. Die Teammitglieder kamen aus ganz unterschiedlichen Disziplinen, Systemingenieur:innen, IT-Experte:innen und Projektmanager:innen beispielsweise, teils aus dem zivilen, teils aus dem militärischen Bereich. „Es war eindrucksvoll zu erleben, wie ein Team, das sich gerade erst gefunden hat, unter großem Zeitdruck, aber mit hohem Einsatz auf ein gemeinsames Ziel hin arbeitet, unabhängig von der Kultur oder der Firmenzugehörigkeit.“
Die zweite Station war Cranfield, England. Der Ort selbst erwies sich als überschaubar und sympathisch, das Hotel der ECATA-Trainees als behaglich und klein. Die Arbeitsatmosphäre wurde dichter. „Das hat dem Wir-Gefühl spürbar Auftrieb gegeben“, erinnert sich Becker. Zusätzlich zum Teamprojekt entwickelten die Teilnehmenden in dieser Phase auch ein Online-Webinar, das Grundlagenwissen zum Thema Nachhaltigkeit vermittelt: Wie groß ist der Energiebedarf für die Elektrifizierung der Luftfahrt bis 2050? Wie lässt sich ausreichend „grüner“ Wasserstoff herstellen? Wann muss welche Technologie im Markt eingeführt werden?
Endspurt in Toulouse: Dort finalisierten die Trainees zum Abschluss ihres Teamprojekts ihren 150-Seiten starken Technical Report Sustainable Aviation, Pathways for a Greener Tomorrow. Eine von vielen Erkenntnissen, die Becker aus dem ECATA-Programm mitnimmt: „Mich hat das Training bestärkt in dem Wissen, dass ich auch ein größeres Team führen kann und diese Aufgabe auch gern ausübe.“ Und noch eine weitere Erfahrung nimmt er aus dem Intensivtraining mit: „Bei einem Projekt dieser Größe ist die Teambildung zu Beginn das A&O. Ein funktionierendes Miteinander und eine Arbeitsatmosphäre, in der alle ihre Stärken und ihr Know-how einbringen können, sind Erfolgskriterien für ein Projekt.“