Kunden erwarten immer kürzere Lieferzeiten
Keine Frage, Narrowbodies sind im boomenden Cargo-Geschäft im Kommen. Passagierjets wie die Boeing 737-800 oder der Airbus A321 werden zu Frachtmaschinen umgebaut. Lufthansa Cargo beispielsweise baut so die eigenen Frachtkapazitäten aus. Ab 2022 setzt das Unternehmen zwei zu Frachtern umgebaute Passagiermaschinen vom Typ A321 auf Kontinentalstrecken in Europa ein. Die Mittelstreckenjets erhalten dafür Frachttüren, um Container auch auf dem Hauptdeck transportieren zu können. Da der Kunde immer kürzere Lieferzeiten erwarte, steige auch innereuropäisch der Bedarf nach Flugverbindungen in der Luftfracht, so das Unternehmen. Mit dem A321 könnten 28 Tonnen pro Flug transportiert werden – also erheblich größere Frachtmengen als in den Bellys der Kurzstreckenjets.
Wenn Passagierjets zu Frachtern konvertiert werden, setzen viele Cargo-Unternehmen auf ältere Modelle. Niffka: „Bevorzugt werden Maschinen umgebaut, die circa 10 bis 15 Jahre alt sind. Dann rechnet sich der kostenintensive Umbau.“ Denn einfach nur die Sitze zu entfernen, um Pakete in der Kabine zu stapeln, ist weder effizient noch zulässig. Jets, die für den Passagiertransport zugelassen sind, dürfen in der Regel nicht von heute auf morgen Fracht in der Kabine transportieren. Zudem ist die strukturelle Belastbarkeit eines Passagierflugzeugs geringer als die einer Frachtmaschine. Nicht zu vergessen: Durch die Einstiegstüren für Passagiere passt keine großvolumige Fracht. Große Ladetüren müssen nachgerüstet werden.
Spezieller Service in der Instandhaltung
Im Frachtbetrieb, wo bevorzugt ältere Baureihen zum Einsatz kommen, fallen die Vorteile moderner Jets oft nicht so ins Gewicht. „Es gibt Strecken, auf denen ältere Modelle sich lohnen, aber auch solche, auf denen neue Maschinen sich rechnen“, erläutert Niffka. Das hängt unter anderem vom Operator und seinem Geschäftsmodell, von der Art der Fracht sowie von einer Vielzahl weiterer Faktoren ab, wie etwa Treibstoffpreis, erzielbare Frachtraten und Gebrauch. „Frachtmaschinen stehen häufig länger am Boden, fliegen oft nur während der Nacht und sind insgesamt weniger in der Luft als Passagiermaschinen“, so Niffka.