Leasingfirmen können von der Expertise der MTU profitieren
Das könnte indirekt auch der MTU Neugeschäft bringen. „Es gibt Leasingfirmen, die sich auf ältere Flugzeuge spezialisieren, die in ihrem Lebenszyklus nur noch eine Leasingperiode vor sich haben. Gerade in solchen Fällen werden oft Triebwerke ausgetauscht und Flotten optimiert. An dieser Stelle gibt es für die MTU gute Chancen, zu beraten“, weiß Lützkendorf. Dabei könne die MTU auch ihre MRO-Expertise zum Einsatz bringen, so der Experte.
Leasinggesellschaften sind gleichzeitig eine Art Seismograph, wohin die Entwicklung neuer Verkehrsflugzeuge steuert. Wenn sie den Daumen bei Vorschlägen der Hersteller senken, haben diese oft schlechtere Marktchancen. Udvar-Házy sieht zum Beispiel eine Lücke im aktuellen Angebot zwischen dem Airbus A321 und der Boeing 787-8. „Es fehlt ein Flugzeug mit 220 bis 280 Sitzen“, stellt der Leasingpionier fest.
Umgekehrt können Prognosen der Leasingfirmen ganz neue Marktsegmente eröffnen. Dass Flugzeughersteller gut daran tun, solche Empfehlungen aufzugreifen, zeigt der enorme Erfolg der A321-Langstreckenvarianten: Allein vom Bestseller A321XLR wurden seit 2019 über 370 bestellt. Ein weiterer Grund, warum die goldenen Zeiten für die Leasingbranche noch lange nicht vorbei zu sein scheinen.