Jedes von ihnen folgt einer präzisen Route und ist so programmiert, dass es die hohen Anforderungen in der Produktion und Instandhaltung von Triebwerken zuverlässig erfüllt. „In der fortschreitenden Automatisierung des Materialstroms haben Fahrerlosetransportsysteme (FTS) eine wichtige Funktion, um Materialfluss und Effizienz zu optimieren“, sagt Philipp Schmuttermayr, Logistik-Manager und FTS-Experte bei der MTU. „Die MTU ist auf dem Gebiet der FTS-Innovation in der Luftfahrtindustrie ein Vorreiter.“
Denn während FTS in der Automobilindustrie längst Standard sind, ist dies in der Luftfahrtindustrie noch eine Ausnahme. „Die Arbeitsumgebung mit zulassungskritischen Bauteilen ist eine andere als die in der Serienfertigung eines Autoherstellers mit durchgehend standardisierten Prozessen. Diese erleichtern die Integration von FTS in bestehende Produktions- und Logistiksysteme“, erläutert Benjamin Hofmann, FTS-Projektleiter in der MTU-Produktion. „Die Fertigung bei der MTU dagegen gleicht mehr einer Manufaktur. Dort gibt es viele hochspezialisierte Prozesse. Für den Einsatz von FTS ist das eine Herausforderung.“
Zudem sind die sicherheitskritischen Triebwerksbauteile sehr teuer. „Eine Transportladung, die durch die Hallen bewegt wird, kann schnell bis zu einer Million Euro an Warenwert kosten“, sagt der Logistik-Manager. Sollte eine Triebwerksscheibe vom Wagen fallen, wäre sie sofort unbrauchbar und müsste im schlimmsten Fall vernichtet werden.
Das alles galt es zu berücksichtigen, als Schmuttermayr und sein Team 2020 das erste FTS-Projekt in der Intralogistik bei der MTU in München starteten. Die Intralogistik umfasst sämtliche logistischen Material- und Warenflüsse innerhalb des Werksgeländes. Ziel war es, die innerbetrieblichen Transporte so zu optimieren, dass Materialfluss und Produktion noch effizienter werden. Das Projekt begann mit umfangreichen Tests von fahrerlosen Transportsystemen verschiedener Hersteller. Schließlich erhielt das FTS des österreichischen Start-ups Agilox den Zuschlag.