Spätsommer 1981. Im künftigen Shop werden Maschinen angeliefert und aufgebaut. Mitarbeiter montieren Schweißkabinen und Werkbänke. Am Ende der Halle stehen die Toolings, Spezialgeräte und -gestelle für die Instandhaltung der zivilen Triebwerke. Die ersten Aufträge kommen von der MTU aus München, wo Triebwerksschaufeln für GE repariert werden.
Für die Mitarbeiter gibt es zu dieser Zeit immer wieder „historische“ Momente. Zum Beispiel, als man sich zusammen mit dem damaligen Betriebsleiter Wolf Birner um eine neue 5-Achsen-Karussell-Drehmaschine versammelt. Der erste Auftrag: Ein Flansch eines Compressor Rear Frames – einer dicken Hülle, die die Brennkammer ummantelt – muss auf Maß gedreht werden. Der Dreher setzt an und stoppt gleich wieder. Er bückt sich, nimmt den ersten Span auf und legte ihn in Birners Hand. „Den sollten wir doch aufbewahren.“ Ja, es gibt ihn noch immer, eingegossen in Harz.
Am 5. November 1981 fahren Limousinen vor. Birgit Breuel, damals Niedersachsens Ministerin für Wirtschaft und Verkehr, sowie Vertreter von Stadt und Land kommen zur offiziellen Eröffnung des ersten Standorts der MTU Maintenance. Gefeiert wird zusammen mit dem MTU‑Management rund um den damaligen Geschäftsführer Manfred Holz und leitenden Mitarbeitern im Teststand.
Ende 1981 geht es rund im Shop. Die Fluggesellschaft Hapag-Lloyd, die zu dieser Zeit vor allem Charterflüge zu touristischen Zielen rund um das Mittelmeer durchführt, vertraut ihre CF6-50-Triebwerke dem jungen Unternehmen an. Zudem absolviert das CF6-80 für die Boeing 767 Testläufe auf dem neu errichteten Prüfstand. Aufträge für die Instandhaltungen des RB211-22B/524 und der Gasturbine LM2500 füllen die Bücher.
Schenkemeyer kann sich noch gut erinnern, als im November 1981 ein Unimog vor dem Shop hält. Auf der Ladefläche liegt ein CF6-50 von Hapag-Lloyd Flug. Das erste komplette Triebwerk, das das Team der MTU Maintenance reparieren soll. „Als dieses gigantische Teil in der Halle stand, kamen fast alle 200 Kollegen zusammen. Wir bestaunten das Triebwerk fast ehrfürchtig. Das also war unsere Zukunft.“