Es wäre nicht das erste Mal, dass Deutschlands führender Triebwerkshersteller seine Dichtungsexpertise für Anwendungen im allgemeinen Maschinenbau adaptiert, darunter Pumpen, Werkzeug- und Sondermaschinen, Automobilindustrie, Schiffsbauanwendungen oder Kohlemühlen. Zudem verfügt die MTU über einen Entwicklungs- und Produktionsbereich für Additive Fertigung, zum Beispiel, um Boroskopaugen für die Getriebefan-Triebwerksfamilie herzustellen. MTU-Mann Pröstler weiß also, wovon er spricht.
In Zusammenarbeit mit den Kollegen aus der Additiven Fertigung hält der Entwickler einige Monate später ein silbern glänzendes Bauteil in den Händen. Es sieht aus wie ein flacher Metallbesen ohne Stiel: Aus einem ursprünglich als Bürstendichtung gedachten Streifen ist eine längliche Beschichterklinge für 3D-Druckmaschinen geworden. Mit passenden Schnittstellen für den Einbau in den 3D-Druckern der ArianeGroup.
Mittlerweile befindet sich der Abzieher dort im robusten Serieneinsatz. „Die Standzeit des Bürstenabziehers ist sehr hoch“, berichtet Ingenieur Scherer. „Die Bauteile, die wir mit ihm produzieren, hätten wir mit einer festen Klinge nur bedingt oder mit hohem Prozessentwicklungsaufwand fertigen können.“