Über 40 Jahre alte A300B fliegen noch Passagiere
Nach Airbus-Angaben sind sogar 26 Maschinen der allerersten Generation der A300B nach inzwischen teilweise über 40 Jahren Dienst noch immer mit Passagieren unterwegs, vor allem im Iran, wo aufgrund der internationalen Sanktionen Lieferbeschränkungen für neuere Flugzeugtypen bestehen. Seit 1996 war der A300, inzwischen in dieser Aufgabe durch eine A310 ersetzt, in besonderer Mission tätig: Für Parabelflüge, die Forscher:innen und Astronaut:innen Bedingungen echter Schwerelosigkeit verschaffen.
Das Durchschnittsalter der aktiven A300/A310-Flotte beträgt derzeit 28 Jahre. „2021 waren das die am drittstärksten weltweit eingesetzten Frachtflugzeuge nach den Boeing-Typen 757 und 767“ sagt Pascal Vialleton, Chef des A300/A310-Programms bei Airbus. „Die A300 ist für die Frachtversender FedEx, UPS und DHL das Rückgrat ihrer Flotten und es gibt derzeit keine Pläne sie auszumustern.“ Die Lebensdauer der A300-600-Frachter lässt sich durch technische Modifikationen in zwei Stufen auf bis zu 51.000 Zyklen (je ein Start und eine Landung) verlängern bzw. auf 89.000 Flugstunden, ein Limit das auch das meistgeflogene Exemplar noch nicht erreicht hat.
Für Airbus spielt die A300-600 eine weitere wichtige Rolle – als Basismodell für die BelugaST (auch A300-600ST Super Transporter genannt), einen Riesentransporter zur Beförderung großer Flugzeugsegmente zwischen den europäischen Werken. Seit 1995 stellte Airbus fünf BelugaST in Dienst, die erst in jüngster Zeit die Zulassung für Transatlantikflüge nach ETOPS 180-Regeln zur Nutzung von Routen bis zu drei Stunden entfernt vom nächsten Flughafen erhielten. Diese Fähigkeit sieht Airbus als wichtig an für den jetzt beginnenden kommerziellen Einsatz der BelugaST, etwa im Satellitentransport. Ihre bisherigen Aufgaben in der Beförderung von Flugzeugsegmenten werden von der noch größeren Beluga XL übernommen werden. Die Geschichte der A300 ist auch nach einem halben Jahrhundert ganz offensichtlich noch nicht vorbei.