Vollständig automatisierter Prozess – bis auf wenige Ausnahmen
Die Art und Weise, wie hier produziert wird, das wird schon auf den ersten Blick klar, unterscheidet sich deutlich von vergleichbaren Anlagen zur Herstellung von Turbinenscheiben. „Es ist die modernste Fertigungshalle für Turbinenscheiben weltweit, weil wir das Rüsten der Bauteile, aber vor allem auch das Rüsten der Werkzeuge vollautomatisiert mit Hilfe von Industrierobotern erledigen können“, berichtet MTU-Projektleiterin Christina Braun. Auch die Unabhängigkeit der einzelnen Bereiche ist ein Alleinstellungsmerkmal der Anlage. „Wir wollten bewusst ein Handlingssystem, das entkoppelt ist vom Maschinenarbeitsraum. Das war in bestehenden Anlagen immer ein begrenzender Faktor, weil der Rüstvorgang für Werkstück und Werkzeuge stets die Maschine blockiert hat.“
Vier Dreh- und vier Fräsmaschinen stehen für die Bearbeitung der Turbinenscheiben bereit. Die Rohlinge, die vom polnischen MTU-Standort in Rzeszów kommen, werden zunächst gedreht und dann zum Räumen in die benachbarte Produktionshalle gebracht. Die anschließende Fräsbearbeitung erfolgt wiederum in der neuen Fertigungshalle. Die Beladung der Werkstücke erfolgt auch hier automatisiert über eine Schleuse, die Werkzeuge werden im Werkzeugspeicher hinter den Maschinen gelagert.
Am Ende des Fräsprozesses wird die Turbinenscheibe entgratet - eine feine Handarbeit, bei der ein kollaborierender Roboter den Menschen unterstützt. Abschließend werden die Turbinenscheiben an anderer Stelle im Werk mit entsprechenden Spezialverfahren behandelt und so zum Beispiel beschichtet, kugelgestrahlt und wärmebehandelt. Danach kehren sie zur Endkontrolle in die Prüfstelle zurück, die sich ein Stockwerk über der Fertigungslinie befindet.