In acht Monaten von der Idee zum einsatzfähigen System
Innerhalb von acht Monaten wurde das System für die MTU von der Idee über den Prototyp bis hin zur industriellen Einsetzbarkeit gebracht. „Wir haben es geschafft, die Messung mit Interferometrie sehr agil für die angepassten MTU-Anforderungen zu erschließen, also uns Schritt für Schritt angenähert. Diese Agilität, die in der technischen Entwicklung nicht selbstverständlich ist, hat uns schnell zu einem guten Ergebnis geführt, das nun die Grundlage für weitere Innovationen sein kann“, berichtet Tomas Domaschke, Gründer und Forschungsleiter von 3D.aero.
Wichtig war vor allem, dass die Zuverlässigkeit des Verfahrens für den Anwendungsfall gegeben ist, die Handhabung intuitiv erfolgen und man mit dem Cobot die Messstelle schnell wechseln kann. Inzwischen ermittelt die Software die Messreferenzflächen selbst, führt die Messung aus und entlastet damit den Befunder. Generiert werden 3D-Daten, mit denen man auch gegenüber dem Kunden einen Sachverhalt deutlich besser dokumentieren kann als mit einem Tabellenbericht. Piorun: „Das Team gewinnt täglich neue Erkenntnisse, die in die Weiterentwicklung der Software einfließen.“
„Für die interne messtechnische Zulassung musste zunächst eine Kalibrierroutine des Herstellers so weiterentwickelt werden, dass sie den strengen Vorgaben der MTU genügte“, erzählt Necker. Im Rahmen der anschließenden Messsystemanalyse wurde validiert, unter welchen Bedingungen das System fähige Ergebnisse zuverlässig liefern kann: „So wird sichergestellt, dass das System für unseren Anwendungsfall wirklich geeignet und einsetzbar ist.“ Inzwischen ist das System für die Messung von Oberflächendefekten ab einer Tiefe von 20 Mikrometer (μm) zugelassen – die ungefähre Größe eines weißen Blutkörperchens. „Die nachgewiesen fähige Messung von Defekten in dieser Größenordnung auf dem Shopfloor ist ein echter Meilenstein gewesen“, betont Necker.