Um Kollisionen zu vermeiden, beschäftigen alle Flughäfen eigene Vogelschlagbeauftragte, die darauf spezialisiert sind, das Flughafengelände für Vögel unattraktiv zu machen: Pflanzen, die Nahrung bieten oder sich als Versteck bzw. zum Nestbau eignen, sind tabu, Bächlein und Tümpel ebenfalls. Als Bewuchs sind langhalmige Gräser am besten geeignet, zwischen denen kleine Vögel nicht landen und Greifvögel nicht jagen können.
Zu dieser „passiven Vergrämung“ durch die Gestaltung des Ökosystems kommt das Monitoring: Größere Vögel oder Vogelschwärme lassen sich mit Radar und IR-Kameras lokalisieren. Die Informationen laufen beim Vogelschlagbeauftragten zusammen, gegebenenfalls kann dieser dann Warnmeldungen an Flugsicherung und Piloten schicken.
Im Notfall hilft oft nur ein „Bird Controller“, der die Vögel durch aktive Vergrämung aus dem Luftraum über dem Flughafen vertreibt. Das Spektrum der Maßnahmen reicht hier von Vogelscheuchen über Pyrotechnik, Laser, Knallgasexplosionen bis hin zu regelmäßigen Besuchen professioneller Falkner, die mit ihren Falken, Bussarden und Eulen das Gebiet bejagen. Vogelähnliche Drohnen, die Robirds, die an Flughäfen in Großbritannien, den Niederlanden und USA bereits eingesetzt werden, sind in Deutschland – zumindest bisher – nicht zugelassen.
Durch die verschiedenen Präventionsmaßnahmen sei es in Deutschland gelungen, den Vogelschlag – in der Fachsprache Wildtierschlag genannt – in den letzten 40 Jahren um 60 bis 80 Prozent zu senken, berichtet Hellberg. Gleichzeitig sei das Risiko größerer Schäden bei einigen Vogelarten gestiegen, weil die Anzahl großer Vögel wie Gänse, Kraniche, Reiher oder Kormorane zum Teil deutlich zugenommen habe. Grund dafür seien Naturschutzmaßnahmen und die europaweite Einschränkung der Jagd.