Warum werden Preflight-Checklisten eingesetzt?
Bei aller Erfahrung und Routine, die Entscheidungsträger in einem professionellen Umfeld aufbringen können, wissen wir: Das menschliche Gedächtnis ist fehlbar und die Fähigkeit zur Konzentration stets durch innere oder äußere Einflüsse gefährdet, die sie ablenken können. Checklisten entlasten das Gedächtnis, fokussieren die Aufmerksamkeit auf einen bestimmten Aspekt und überführen die technische und funktionale Überprüfung eines Gesamtsystems in eine festgelegte Abfolge und Routine.
Seit wann gibt es Preflight-Checklisten?
Bereits erstaunlich lange! Die Erstellung von Vorflug-Checklisten wurde Mitte der Dreißigerjahre von dem Flugzeugbauer Boeing initiiert. Boeing hatte erkannt, dass die Piloten ihrer Maschinen – insbesondere bei der Überprüfung ihrer Flugzeuge in der Vorbereitungs- und Startphase – eine zusätzliche Gedächtnishilfe benötigten, um mögliche Gefahren und Risiken zu vermeiden, die durch eine unaufmerksame oder unvollständige Kontrolle entstehen können.
In welcher Phase der Flugvorbereitung werden die Checks durchgeführt?
Der Preflight-Check beginnt in der Regel nach dem Briefinggespräch der Crew, in dem die Mitglieder der Besatzung in einer gemeinsamen Besprechung Flug-, Flugzeug- und Wetterinformationen austauschen und mögliche Besonderheiten im Umfeld des Flugs erörtern. Wesentliches Thema dieser Besprechung ist dabei die Festlegung der Treibstoffmenge, die mitgeführt werden muss. Nach dem Informationsaustausch beginnen die Flugkapitäne mit dem Preflight-Check, also der Überprüfung zentraler funktions- und sicherheitsrelevanter Faktoren im Außenbereich, in der Kabine und im Cockpit. Der Startcheck wird dann, der Name sagt es bereits, in unmittelbarer Vorbereitung des Takeoffs durchgeführt.