Über 25 Millionen Euro hat die MTU investiert, um ihre Testkompetenzen zu erweitern und ihren internen und externen Kunden ein Höchstmaß an Zuverlässigkeit und Qualität zu bieten. „In der Luftfahrt steht Sicherheit an oberster Stelle. Daher müssen die Sicherheitsnachweise auf höchstem Niveau und bis in kleinste Detail erbracht werden – bis auf Bauteilebene“, so Eichler.
1.000 Tonnen Stahlbeton stecken in dem neuen Prüfzentrum, in dem die MTU-Experten Bauteile – also Einzelteile, aus denen zum Beispiel Verdichter und Turbinen bestehen – testen. Dazu gehören Triebwerkschaufeln und -wellen, Verdichterblisks, Scheiben, Gehäuse, Ringe und Leitungen, aber auch kleine Baugruppen wie beschaufelte Turbinenscheiben.
Besonders stolz sind Eichler und sein Team auf eine neue Anlage, die mit dem Testzentrum entstanden ist: ein hinsichtlich Leistung und Anwendungsbreite einzigartiger Multifunktions-Rotationsprüfstand (MRP). Dieser wurde in einer separaten Einhausung – einer doppelschaligen Stahlbetonkonstruktion – errichtet und ruht auf einem 90 Tonnen schweren Schwingfundament.
„Im Testing werden neben den klassischen mechanischen Untersuchungen zunehmend aeroelastische Tests gefordert“, erläutert Dr. Jörg Henne, Leiter Entwicklung und Technologie bei der MTU. „Wenn wir bislang etwa die Wechselwirkungen zwischen Luftströmung und rotierenden Bauteilen testen wollten, dann ging das nur mit enormem Aufwand. Mit dem Multifunktions-Rotationsprüfstand haben wir nun eine genau darauf zugeschnittene Prüfumgebung.“
Auf dem MRP können Bauteile in freier Atmosphäre, aber auch in einer Vakuumkammer getestet werden. Der Prüfstand besitzt eine aufwendige Automatisierung– perfekt für Prüfläufe über Nacht oder Dauerlauftests. Dr. Jörg Eßlinger, Leiter Werkstofftechnik bei der MTU: „Mit dem MRP sind wir in der Lage, eine Vielzahl von Versuchsarten für unsere aktuellen Programme durchzuführen, und wir haben noch genug Reserve für zukünftige Anwendungen.“