Im Wasserschleppkanal, in Strömungssimulationen und in ersten Flugversuchen mit einem G550-Testflugzeug am DLR-Standort Oberpfaffenhofen konnten Holzäpfel und Kollegen den grundsätzlichen Zusammenhang bereits nachweisen. Nun hat sich das DLR mit Austro Control, der österreichischen Flugsicherung, und einigen weiteren Partnern für das Projekt „Wake turbulence separation optimisation“ zusammengetan. Ziel der vom EU-Forschungsprogramms SESAR geförderten Initiative ist es, die Wirksamkeit der Plattenkonfiguration im Live-Betrieb am Wiener Flughafen nachzuweisen.
Dazu wurde hochmodernes Testequipment installiert. Ein neuartiges und erstmals an einem Flughafen getestetes Wolkenradar liefert einen tiefen Einblick in Windrichtung und -scherung komplexer Wolken- und Niederschlagsszenarien. Ein Mikrowellenradiometer erstellt ein vertikales Temperatur- und Feuchtigkeitsprofil. Umfangreiche weitere Sensorik überwacht den Aufbau. Um das alles auch direkt vor einer Landebahn installieren zu können, durchlief der Aufbau ein enormes Genehmigungsprozedere.
Aber er lohnte sich ganz offensichtlich. „Die ersten Auswertungen der Messdaten zeigen, dass die Wirbelschleppen in der Nähe der Platten tatsächlich deutlich schneller zerfallen“, berichtet Holzäpfel. „Wir können mittlerweile die belastbare Aussage treffen, dass die Platten die Lebensdauer der langlebigen Wirbel um etwa 30 Prozent reduzieren.“