Das Flugzeugrecycling ist in Europa ein noch junger Wirtschaftszweig, doch er entwickelt sich schnell. Der größte Player ist das französische Unternehmen TARMAC Aerosave, an dem auch Airbus beteiligt ist. In Deutschland teilen sich eine Reihe kleiner und mittelständischer Unternehmen, die spezialisiert sind auf Flugzeugrückbau und Recycling, den Markt. Das Ziel: Eine möglichst vollständige Wiederverwertung aller Materialien.
Ein komplettes Flugzeug zu zerlegen, alle Bestandteile sortenrein zu trennen und aufzuarbeiten ist eine Kunst für sich: Da müssen beispielsweise Trieb- und Fahrwerke, die noch als Ersatzteile dienen können, fachgerecht ausgebaut werden. Als nächstes gilt es, alle Schadstoffe zu entfernen – beispielsweise Löschmittel, Kerosin und Öle aus den Hydraulikleitungen.
„Wenn alle Vorarbeiten erledigt sind, dauert der Rückbau, je nach Größe des Flugzeugs, zwei bis sechs Tage“, berichtet Marc E. Keske, CEO der MoreAero GmbH. Das Unternehmen ist darauf spezialisiert, Flugzeuge an der Stelle zu entsorgen, wo sie als letztes gelandet sind. “Der Rückbau vor Ort hat für die Eigner den Vorteil, dass sie die Maschinen nicht mehr überführen müssen und Geld sparen“, erläutert Keske. Seine Teams können überall arbeiten. Alles, was sie benötigen, wird in einen Standard-Container per Bahn oder Schiff zum Einsatzort transportiert: Pumpen, um die Kerosintanks und Bremsleitungen trockenzulegen; Werkzeug, um Pressluftkartuschen oder Sauerstofftanks, die noch unter Druck stehen, zu entfernen; Schrottscheren, die an Bagger befestigt werden können. Am Ende des „Rückbaus“ bleibt von einem Flugzeug nur ein Haufen zerfetzter Bauteile übrig.