Brennstoffzellen für Luftfahrtantriebe müssen leistungsfähiger werden
Barnaby Law, Chief Engineer Flying Fuel Cell der MTU, hat keine Zweifel, dass der durchaus sportliche Zeitplan eingehalten werden kann. Hauptsächlich getrieben von der Automobilindustrie seien die Leistungsgewichte der Brennstoffzellen in den vergangenen zehn Jahren immer besser geworden, parallel dazu hätten sich breitere Zuliefererketten etabliert. „Das ist insgesamt eine gute Absprungbasis, um die Technologie für Luftfahrtanwendungen weiterzuentwickeln“, sagt der Experte. Denn um Brennstoffzellen als Primärantriebssystem für Flugzeuge mit einer größeren Anzahl Passagieren und einer relevanten Reichweite einsetzen zu können, müssen sie noch leistungsfähiger werden. Unüberwindbare Hürden sind hier laut Law nicht zu befürchten: „Da in der Luftfahrt die Gewichtsreduktion eine höhere Bedeutung hat als in der Automobilindustrie, sind Ansatzpunkte schon absehbar, wie wir die Brennstoffzellen optimieren können,“ sagt der Brennstoffzellen-Spezialist.
Zum einen bieten beispielsweise leichtere Hightech-Werkstoffe - wie das in der Luftfahrt beliebte Titan -, die Möglichkeit, Gewicht zu sparen. Zum anderen ist auch eine etwas höhere Beladung mit dem teuren, aber leistungssteigernden Katalysator-Material Platin tolerabel. Aber selbst mit diesen absehbaren zusätzlichen Kosten sei die Brennstoffzelle im Vergleich mit anderen klimafreundlichen Lösungen immer noch günstig, so Law. Damit Passagierflugzeuge mit Brennstoffzellenantrieb fliegen können, sind aber auch noch andere Technologien nötig – allen voran das Tanksystem. Da Wasserstoffgas auch in Drucktanks noch sehr viel Volumen einnimmt, soll für Luftfahrtanwendungen auf minus 253 Grad Celsius gekühlter flüssiger Wasserstoff zum Einsatz kommen. Law: „Den Tank kann man sich dann wie eine große Thermoskanne vorstellen.“