Weiterentwicklung wird schon vorbereitet
So könnte das Fan-Druckverhältnis weiter reduziert und damit das Bypass-Verhältnis in den kommenden Jahren schrittweise weiter erhöht werden – von derzeit 12:1 auf bis zu 20:1 ab 2035. Zudem arbeiten die MTU-Ingenieure daran, den thermischen Wirkungsgrad des Kerntriebwerks durch höhere Druck- und Temperaturverhältnisse weiter zu verbessern. Dazu soll auch das Gesamtdruckverhältnis deutlich über den aktuellen Wert von rund 50:1 gesteigert und gleichzeitig die nötige Kühlluftmenge drastisch reduziert werden.
Auch für die Zeit ab 2050 erarbeitet die MTU bereits gemeinsam mit Universitäten und anderen Forschungseinrichtungen erste Studien, Konzepte und Ideen: „Hierfür brauchen wir revolutionäre Ansätze, die über heutige Technologien hinausgehen müssen und vor allen Dingen auch neue Flugzeugarchitekturen,“ so Dr. Stefan Weber, Leiter Technologie und Vorauslegung bei der MTU. Beim Triebwerk geht es etwa um hocheffiziente Wärmekraftmaschinen mit extrem hohen Drücken oder die Einführung rekuperativer Elemente zur Verbesserung des thermodynamischen Kreisprozesses. Auch abgeschirmte Propeller oder am Flugzeug verteilte Fans sind denkbar. Hinzukommen technologische Lösungen wie alternative Kraftstoffe und Schritte zum turboelektrischen Fliegen, ohne die die zukünftigen Ziele nicht zu erreichen sind.
Alle Verbesserungen haben stets das gleiche Ziel: den Wirkungsgrad verbessern und so Kraftstoffverbrauch, Emissionsausstoß und Lärm minimieren. Das Triebwerk von übermorgen steht schon längst in den Startlöchern – die MTU übernimmt schon heute die Verantwortung in Richtung emissionsfreies Fliegen.