Notgedrungen, denn andere Möglichkeiten gab es bisher nicht. Der Aufwand der Erprobung sei enorm: Versuch vorbereiten, ihn durchführen, das Bauteil vermessen. Ein, zwei Parameter ändern. Alles wieder von vorne – und bei jedem neuen Bauteil von neuem. Natürlich helfen die bereits gesammelten Erfahrungen diesen Prozess zu beschleunigen. Fritz Hoffmeister, gerade 29 Jahre alt geworden, sucht nach einer Abkürzung. „Was, wenn wir all die Wechselwirkungen simulieren könnten, mit Genauigkeiten im Mikrometerbereich?“
Multiphysiksimulation lautet der Ansatz, über den Hoffmeisters Weg führt. „Wir entwickeln ein Simulationsmodell, das chemische Reaktionen, Wärmeübertragung, Mehrphasenfluidströmung und das elektrische Feld vereint.“ Im Kern geht es darum, über den simulierten Stromfluss den exakten Metallabtrag und damit das exakte geometrische Endresultat berechnen zu können. „Vereinfacht gesagt: Wir schicken die Geometrie eines neuen Bauteils in einen Superrechner und führen die Iterationen virtuell durch. Zweidimensional bekommen wir das schon ganz gut hin. Für eine industrielle Anwendung ist allerdings besonders die dreidimensionale Betrachtung entscheidend. Daran arbeiten wir auf Hochtouren.