Bionisch geformte Leichtbauteile
Ihr neues Design spare ein Drittel des Gewichts ein, ohne dass sich dies negativ auf Festigkeit und Dämpfungseigenschaften auswirke, so Dusel. Additive Bauteile tragen damit zu einer Gewichtsreduzierung des Triebwerks bei, was den Kraftstoffverbrauch und damit den Emissionsausstoß senkt. Bis es soweit ist, werde es aber noch eine Zeit lang dauern: „Solche hochausgelasteten Bauteile müssen in Triebwerkstests validiert werden“, erläutert Kraus. Parallel zu diesen Arbeiten prüfen der Experte und sein Team bereits die Machbarkeit von vollkommen neuen Bauteilen, die in der Next European Fighter Engine (NEFE) und in der kommenden Getriebefan-Generation zum Einsatz kommen könnten. „Für die nächste Generation Triebwerke können wir uns einen Anteil an additiv gefertigten Bauteilen von bis zu 15 Prozent vorstellen“, sagt der MTU-Mann. Ohne das neue Verfahren, soviel sei jetzt schon klar, werde künftig kein Triebwerkshersteller mehr auskommen.
Die MTU hat daher seit Anfang 2018 ihr Engagement im Bereich Additive Fertigung noch einmal intensiviert und eine eigene Abteilung dafür eingerichtet. „Mit der Bündelung aller Aktivitäten von der Auslegung über die Technologieentwicklung bis hin zur Serienfertigung in einer organisatorischen Einheit wollen wir unseren Vorsprung halten und weiter ausbauen“, sagt MTU-Technik-Vorstand Lars Wagner. Jürgen Kraus hat auch schon Ideen wie das geschehen kann: Im nächsten Schritt sollen Leichtbauteile neuentwickelt und gefertigt werden. Es geht um neue Designs, neue Bauteile – denkbar sind Lagergehäuse, Halterungen und Streben – und neue Werkstoffe. Vor allem bei der Herstellung komplexer Bauteile kann das Verfahren seine Stärke ausspielen. „Der additiven Fertigung gehört die Zukunft – jedes optimierte Bauteil macht die Triebwerke noch ein Stück effizienter.“