Für Langstrecken- und Ultra-Langstreckenflüge ist ein H2-Tank zu groß und schwer
Denkbar sei auch die Aufteilung auf mehrere kleine Tanks oder die Kombination eines größeren H2-Speichertanks mit vergleichsweise niedrigem Druck und einem kleineren Hochdrucktank, sagt Law. Letzteres komme etwa bei der Wasserstoffdirektverbrennung in Frage, da die Triebwerke hier Wasserstoffdrücke von 60 bar benötigen. „Grundsätzlich sind mehrere kleine Wasserstofftanks aber immer schwerer als einer oder wenige große.“ Letzteres halte er daher künftig für die Standardlösung. Für Langstrecken- und Ultra-Langstreckenflüge werde aber auch ein einzelner Tank trotz des üblicherweise eingesetzten Leichtmetall Aluminium so groß und schwer, dass sich der Einsatz von flüssigem Wasserstoff nicht mehr wirtschaftlich rechnet: „Überspitzt gesagt, hätte man dann nur noch Platz für den Tank, aber nicht mehr für die Passagiere“, so Law. Für Langstreckenflugzeuge sieht die MTU daher Dropinfähige Sustainable Aviation Fuels (SAFs) im Einsatz.
Zusätzlich zur Herausforderung der Integration des Flüssigwasserstofftanks stellt sich bei Flugzeugkonzepten mit Brennstoffzellen-Primärantrieb die Frage, wo eben jene Zellen am besten platziert werden sollten. „Es gibt zwei denkbare Varianten“, sagt Jochen Kaiser, Leiter für visionäre Flugzeugkonzepte beim Münchner Luftfahrt-Forschungsinstitut Bauhaus Luftfahrt. „Die Brennstoffzellen können entweder im Rumpf möglichst nahe des Wasserstoffs platziert werden oder in der Gondel möglichst nahe des Elektromotors“, so der Experte. Die Variante im Rumpf habe den Vorteil, dass sie nur kurze Wasserstoffrohrleitungen zu den Zellen benötigt. Der Nachteil ist, dass dafür längere Kabel zu den Elektromotoren verbaut werden müssen. Beim Einbau in die Gondel kehren sich Vor- und Nachteile um: die Elektrokabel werden kürzer, die H2-Rohrleitungen länger. Aus Kaisers Sicht hat hier nach aktuellem Forschungsstand die Variante nahe den Elektromotoren zusätzliche Vorteile: Zum einen kann die Abwärme bei Brennstoffzellen-Stapel in der Gondel leichter abgeführt werden. Zum anderen käme sie mit bewährter Kabeltechnik aus.