Der Airbus A320 und seine Schwestermodelle sind heute die meistgeflogenen Verkehrsflugzeuge der Welt. Dass ein europäisches Mittelstreckenflugzeug diese Rolle übernehmen würde, war in den 1980er-Jahren kaum vorstellbar. Selbst optimistische Prognosen rechneten mit wenigen Hundert, bestenfalls Tausend verkauften Exemplaren. Doch Airbus wagte etwas völlig Neues: Ein modular erweiterbares, technologisch wegweisendes Flugzeug mit elektronischer Steuerung, digitalem Cockpit und effizienter Aerodynamik.
In der Öffentlichkeit erhielt der A320 bald den Spitznamen „Atari-Flieger“ – benannt nach dem damals populären Heimcomputer, der für viele den Einstieg in die digitale Welt bedeutete. Tatsächlich war das Flugzeug seiner Zeit weit voraus: Der Sidestick – ein kleiner Steuerhebel seitlich im Cockpit – ersetzte den traditionellen Steuerknüppel und ließ sich ohne Kraftaufwand bedienen. Das Fly-by-Wire-System steuerte das Flugzeug rein elektronisch statt über mechanische Seilzüge. Unterstützt von Bordcomputern, die kritische Flugzustände automatisch verhindern sollten, wurde das A320-Cockpit zur Blaupause für alle späteren Airbus-Modelle – ein Sicherheitsplus und zugleich ein Symbol für den Paradigmenwechsel im Flugzeugbau.
Die A320-Familie entwickelte sich nicht nur zur tragenden Säule des globalen Luftverkehrs, sondern verschaffte Airbus langfristig die Marktführerschaft im zivilen Flugzeugbau. Die ungebrochene Nachfrage – insbesondere nach der modernisierten A320neo-Version – sichert dem Konzern bis heute eine starke Position und schafft Freiräume für neue Investitionen.